Druckpreis ist nicht gleich Druckpreis!

Viele Druckereikunden schauen beim Druckpreisvergleich nicht genau genug hin, denn der Druckpreis ist nicht immer der Gesamtpreis für das Druckobjekt. Einmal wird der Druckpreis in den meisten Fällen in per 100 Stück oder per 1.000 Stück ausgeworfen, aber damit ist der Gesamtpreis ja ganz schnell über die Auflage errechenbar. Auf der anderen Seite wird der Druckpreis aber oft mit einigen Zusatzpreisen versehen, auf die jeder Druckereikunde achten sollte. Es gibt einige Mehrpreise bei Druckereien, die den Druckpreis in der Addition aller Zusatzpreise völlig anders erscheinen lässt. Der Druckpreis, der als Stückpreis oder als Preis für eine bestimmte Anzahl Drucken ausgeworfen wird, bekommt durch die Zusatzkosten besonders dann eine neue Dimension, wenn die Druckauflage relativ klein ist. Ein sehr gerne genutzter Mehrpreis zum Druckpreis ist die Druckvorstufe. Es gibt Druckereiangebote, die für die Datenübernahme, die Datenaufbereitung und die Farbproofs für den Druckereikunden Mehrpreise auswerfen. Ob diese Leistungen wirklich alle erbracht wurden, können die meisten Druckereikunden nicht beurteilen und wie hoch solche Kosten sein dürfen, ist auch nur sehr wenigen Drucksacheneinkäufern bekannt.

Der Druckpreis wächst mit den Nebenkosten!

Außer den Mehrkosten für die Druckvorstufe, gibt es Druckereien, die auch für die Druckplattenherstellung einen Mehrpreis auswerfen. Druckplatten benötigt man im Offsetdruck. Das gilt für den Bogenoffsetdruck, für den Rollenoffsetdruck und auch für den Druck von Rollenetiketten im Offsetdruck. Eine andere Bezeichnung für Druckplatten gibt es im Buchdruck und Flexodruck. Diese beiden Druckverfahren werden überwiegend im Rollenetikettendruck eingesetzt, wobei der Flexodruck natürlich im Großformat auch für den Foliendruck, beispielsweise für Einkaufstragetaschen oder Verpackungsfolie Verwendung findet. Die Kosten für Buchdruckklischees oder Flexodruckklischees werden auch sehr häufig als Mehrpreis zum Druckpreis von den Druckereien ausgeworfen. Im Siebdruck (Flach-Siebdruck und Rotationssiebdruck) können die Druckpreise durch die Drucksiebe steigen, die manche auch Schablonen nennen und im Tiefdruck sind das die Druckzylinder, die allerdings wegen der hohen Kosten und der Wiederverwendbarkeit fast grundsätzlich als gesonderte Position zum Druckpreis in den Angeboten erscheinen.

Werkzeugkosten erhöhen den Druckpreis!

Bisher haben wir uns in der Druckvorstufe mit den Mehrpreisen zum Druckpreis für die Datenbearbeitung und mit der Druckformherstellung befasst. Danach kommt der Druckauftrag in die Produktion und auch dort kann man eventuell mit Mehrkosten rechnen, die den Druckpreis nach oben treiben. Es können Prägeklischees sein, die für Blind- oder Hochprägungen eingesetzt werden oder Stanzwerkzeuge, die man beispielsweise als Bandstahlschnitt oder Stanzbleche kennt. Bei hohen Faltschachtelauflagen kommen zu den Stanzformkosten manchmal auch Kosten für eine Gegenform hinzu, die zum Ausbrechen der Stanzabfälle eingesetzt wird. Auch für das stufenlose Stanzen kann es zum Druckpreis noch zu nicht unerheblichen Werkzeugkosten kommen, da diese Werkzeuge aus massivem Metall gefertigt werden. Was danach an Mehrpreisen noch folgen kann, die den Druckpreis negativ beeinflussen, ist die Verpackung und der Versand. Bei der Art der Verpackung und der Größe der Gebinde sollte man in der Druckanfrage bereits konkrete Vorgaben machen und der Versand “frei Haus” ist auch eine zu empfehlende Formulierung, um den Druckpreis nicht durch zusätzliche Versandkosten zu belasten.

Bei Druckpreis-Auktion soll der Druckpreis alle Kosten einschließen!

Druckpreis-Auktion gibt den Auftragnehmern vor, dass sie alle Mehrkosten zum Druckpreis in einem Gesamtpreis, der innerhalb der Auktion verlangt wird, integrieren. Es dürfen nach den Bedingungen bei Druckpreis-Auktion keinerlei Nebenkosten zum Druckpreis berechnet werden; ausgenommen sind davon Tiefdruckzylinder und Werkzeugkosten für Tiefzieh- und Spritzgussteile. Die Kosten für die Vorstufe mit Farbproof, die Druckformherstellung und beispielsweise die Stanzwerkzeuge müssen in dem Angebotspreis innerhalb der Auktion enthalten sein. Auch für den Versand kann der Auftraggeber eine Lieferung “frei Haus” oder “frei Grenze” vorgeben, um sich vor unliebsamen Mehrkosten zum Druckpreis zu schützen. Komplette Druckpreise sollen die Auftraggeber vor Überraschungen bewahren.

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