G-H Druck, Drucken, Druckerzeugnisse, Drucksachen…

Der Buchstabe G ist bei den Bezeichnungen für Druckprodukte nicht sehr ergiebig. Aus diesem Grund haben wir das H in dieser Aufstellung mit einbezogen. Wir vermeiden es an dieser Stelle viele englische Begriffe zu verwenden, es sei denn, dass sie als Werbemittel eine besondere Bedeutung haben oder in der Werbung, speziell von Werbeagenturen, grundsätzlich für einen bestimmten Werbeartikel benutzt werden.

Geisterfarben

Geisterfarben sind Drucke, die eine schwarze Färbung aufweisen und deren Farbpigmente durch Wasser in Erscheinung treten. Solche Drucke werden beispielsweise bei Gewinnspielen eingesetzt. Die Bilder oder Texte werden in einer größeren Fläche von großen, schwarzen Rasterpunkten versteckt und durch Wasser, das vorzugsweise mit einem kleinen Pinsel aufgetragen wird, werden die Farbpigmente freigesetzt und Bilder oder Texte werden erkennbar. Als Geisterfarben bezeichnen manche Zeitgenossen auch Transparentpasten, die durch die Bestrahlung mit Schwarzlicht (UV-Licht) erkennbar werden. Diese Farben werden auch Schwarzlichtfarben genannt.

Geschäftskarten | Visitenkarten

Zu Geschäftskarten bzw. Visitenkarten müssen keine Erklärungen abgegeben werden, weil das Produkt Visitenkarte bzw. Geschäftskarte selbsterklärend ist. Visitenkarten bekommen bei Druckereien allerdings eine besondere Bedeutung, denn eine Visitenkarte einer Druckerei sollte immer auch an die besonderen Leistungsmerkmale der betreffenden Druckerei erinnern. Eine Spezialdruckerei, die im UV Offset Druckspezialitäten auf Kunststoff anbietet, sollte selbstverständlich auch Geschäftskarten aus Kunststoff, beispielsweise Hart-PVC, haben. Die Visitenkarte eines Druckereivertreters sollte – soweit es produktionstechnisch möglich ist – beim Druckereikunden gleich den Bezug zum Drucksortiment des betreffenden Druckhauses herstellen.

Geschäftszeitenschilder

Geschäftszeitenschilder, auch Öffnungszeitenschilder genannt, sind in der Regel Fensteraufkleber, die an die Ladentür oder das Schaufenster geklebt werden, um die Ladenöffnungszeiten anzuzeigen. Es gibt solche Geschäftszeitenschilder als Außenaufkleber, auf die kleine Zusatzaufkleber mit den Öffnungszeiten von den Geschäftsinhabern aufgeklebt werden oder die Uhrzeiten mit einem Folienfilzstift handschriftlich eingetragen werden können. Diese Art Aufkleber, die fast ausnahmslos aus Weich PVC (Polyvinylchlorid) in einer Materialstärke von 100 my oder 200 my hergestellt werden, gibt es auch als Fenster-Innenkleber. Bei Innenklebern wird der Druck (UV-Offset oder Siebdruck) seitenverkehr auf eine transparente Kunststofffolie aufgebracht und üblicherweise dann mit einer weißen Schicht im Siebdruck abgedeckt. Auch zweiseitig sind diese Fensteraufkleber produzierbar. Bei diesen Aufklebern wird der erste Druckdurchgang (meist UV Offsetdruck) seitenverkehrt auf eine transparente, selbstklebende PVC-Folie aufgebracht. Danach folgt ein Flächendruck weiß im Siebdruck, danach eine Sperrschicht (grau-silber) im Siebdruck, wieder ein Siebdruckdurchgang weiß und darauf erfolgt der seitenrichtig lesbare zweite Druckgang im UV Offsetdruck und üblicherweise ein UV-Lack. Wenn man qualitativ hohe Ansprüche hat, sollte man sogar das Weiß auf beiden Seiten der Sperrschicht zweimal drucken, damit es keinen Durchscheineffekt der Sperrschicht (grau/silber) gibt und der Druckträger rein weiß ist.

Neben diesen Öffnungszeitenaufklebern in selbstklebender Ausführung gibt es auch Schilder für die Ladenöffnungszeiten aus dickerem Hart-PVC,  Polystyrol oder Acryl, die beidseitig bedruckt werden und oft mit einer kleinen Messingkette an einem Gummisauger mit einem Haken am Fenster befestigt werden.

Großdisplays | Displays | Bodensteller | Verkaufsschütten

Unter Großdisplays kann man viele verschiedene Displayarten zusammenfassen. Es gibt einfache Großdisplays aus Karton, die gefalzt und verklebt als ovale Säule aufstellbar sind. Man kennt Wellpappdisplays, die als Bodensteller oder Verkaufsschütten konstruiert sind und es auch Metallkonstruktionen und Verkaufsständer aus Acryl oder Holz kann man als Großdisplays bezeichnen. Im Bereich der Großdisplays findet man neben gestanzten Materialien oder gefrästen Displayteilen auch alle technischen Verfahren, wie Tiefziehziehen oder Spritzguss. Auch Kombinationen mehrerer Techniken sind denkbar und weil man es mit diversen Herstellungs- und Materialvarianten zu tun hat, findet man auch mehrere Druckverfahren im Bereich der Displays. Einige Hersteller haben komplette Display-Systeme in Modulbauweise entwickelt, aus denen sich der Kunde individuelle Displaymodelle zusammenstellen kann.

Haftetiketten | Etiketten | Rollenetiketten

Als Haftetiketten werden selbstklebende Etiketten bezeichnet, die man auf Bogen oder als Rollenware produzieren kann. Solche Etiketten gibt es aus verschiedenen Haftpapieren, aus Kunststofffolien verschiedenster Art und natürlich auch aus aluminiumkaschierten Papieren und vielen Besonderheiten, wie Acetatseide oder Diffraktionsfolien. Etiketten auf Bogen werden üblicherweise im Offsetdruck verarbeitet, bei Kunststoffen vielfach im UV-Offsetdruck und im Bereich der Rollenetiketten ist es der Flexodruck, der Buchdruck, Siebdruck oder Offsetdruck, der als Druckverfahren zur Verfügung steht. Alle Druckverfahren für Rollenetiketten sind inzwischen in der Mehrzahl mit UV-Trocknung im Einsatz.

Header | Reiteretiketten

Als Header oder Reiteretiketten werden normalerweise Karton-Reiter bezeichnet, die oben an Beuteln befestigt werden. Es handelt sich meist um einen Chromoduplexkarton o.ä. in einer Stärke zwischen 250 und 400 g/qm, der mittig quer gerillt und zusammengeklappt wird. Auf diese Weise bekommt das Reiteretikett, obwohl das Material nur einseitig bedruckt wird, zwei bedruckte Seiten. Vielfach wird bei diesen Headern bzw. Reiteretiketten mittig durch beide Seiten des zusammengeklappten Reiters ein sogenanntes Euroloch ausgestanzt. Dieses Loch ist eine Ausstanzung, die in der Mitte nach oben eine figürliche Ausbuchtung hat, um damit die Beutel an Metallhaken aufzuhängen, die man oft im Handel an Lochwänden oder an Metallständern findet. Solche Header bzw. Reiteretiketten werden in den meisten Fällen am Kopf der Beutel angeheftet.

Heißsiegeletiketten

Als Heißsiegeletiketten bezeichnet man Etiketten, die rückseitig eine thermoplastischen Heißsiegelklebstoff haben, der durch Hitze aktiviert wird. Das Einatzgebiet sind vielfach Textilien oder andere Bekleidungsgegenstände.

Holografische Folien | Diffraktionsfolien

Der Begriff holografische Folien wird oft eingesetzt, wenn es sich um Diffraktionsfolien handelt. Beide Folien sind überwiegend als silberne, metallisierte Folien bekannt, die in verschiedenen Farben glitzern; es gibt sie aber auch mit einer goldfarbenen Beschichtung (gelblich eingefärbte Alubedampfung) oder in transparenter Ausführung ganz ohne Aluminiumbeschichtung. Die einfachen Folien dieser Art sind Diffraktionsfolien, also vielfach transparente Folien aus Kunststoff, in die ein Beugungsgitter eingeprägt wurde und die dann mit einer Aluminiumschicht bedampft wurden. Diese Folien gibt es in selbstklebender Ausführung und als Heißprägefolien. Derartige Effekte sind inzwischen auch direkt in eine Aluminiumbedampfung oder Aluminiumkaschierung auf einem Papier oder einem Karton durch eine feine Prägung zu erreichen. Der Begriff Diffraktion meint Beugung und ist das Ergebnis einer Lichtbrechung, bei der das Licht in seine Spektralfarben zerlegt wird. Solche Diffraktionsfolien gibt es als Haftetiketten, Folienheißprägefolien, Kaschierfolien oder Dekorfolien.

Bei holografischen Folien können auf diese Weise auch nur einfache Beugungsgitter erzeugt werden, aber auch dreidimensionale Effekte. Bei den holografischen Folien handelt es sich bei der Vorstufe nicht um eine einfache Art einer Gravur, sondern für die Herstellung von Prägeplatten, die man in der Holografie “Shims” nennt, wird Lasertechnik und Galvanik benötigt. Die Herstellung von Prägehologrammen ist ein relativ aufwändiger Prozess, bei dem man zunächst ein nur bei Laserlicht sichtbares Masterhologramm benötigt. Bei der Herstellung des Masterhologramms muss man sich festlegen, ob das Ergebnis wirklich dreidimensional werden soll oder nur eine “Pseudo-3-D-Wirkung” erzielt werden soll. Ein dreidimensionales Prägeergebnis bekommt man, wenn man für die Herstellung des Masterhologramms ein dreidimensionales Modell einsetzt, das 1:1 zur Endgröße der Prägung existieren muss oder angefertigt werden muss. Zusätzlich kann man einen Hintergrund in das Hologramm bringen und/oder Texte oder Bildelemente in den optischen Vordergrund stellen und damit die Wirkung erhöhen. Ein solches Ergebnis ist ein 3-D-Hologramm. Beim Einsatz von Grafik als Vorlage, kann man wählen, ob die Grafik auf der Bildebene stehen soll, optisch davor oder dahinter. Zusätzlich empfiehlt es sich einen Hintergrund in einem optischen Abstand von vielleicht 3-5 cm von der Grafik einzuziehen. Bei einem solchen Hologramm spricht man von einem 2D/3D-Hologramm. Von dem Masterhologramm wird eine Fotoresist-Platte hergestellt, die für die Fertigung der Prägematrizen (Shims) erforderlich ist. Diese Nickel-Prägeplatten bekommen ein Oberflächenrelief, also ein Interferenzmuster, das durch Druck und Hitze in eine Hologramm-Folie eingeprägt wird. Prägehologramme werden in selbstklebender Ausführung als Etiketten verarbeitet und der bekannteste Einsatzbereich sind Heißprägefolien, die man auf Geldscheinen oder beispielsweise Scheckkarten und Kreditkarten antrifft.

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