Vielen Druckereien fehlt Kreativität und Innovationskraft!

von Claus-Peter Bohlmann

Drucker jammern und Druckereien klagen über schlechte Preise und über den ständigen Preisverfall durch den intensiven Wettbewerb, der u.a. über das Internet stattfindet. Ich habe das Portal www.druckpreis-auktion.com in einigen Gruppen der sozialen Netzwerke bekannt gemacht und schon hatte ich die “armen Drucker” aus der Reserve gelockt, die sich nicht über die Möglichkeit gefreut haben ein neues Auftragsportal zu haben, preiswert Neukontakte und Neukunden zu generieren, sondern die nur den neuen Wettbewerb fürchten. Einige der “Jammerlappen” sind wahrscheinlich noch nicht in unserer Zeit angekommen und freuen sich immer noch über ein paar Kunden, die ohne Gegenangebote Aufträge erteilen und keinen Marktüberblick haben. Ich kann mich noch gut an die Zeit der Aufträge ohne Angebot erinnern, die Anfang/Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts in Teilen noch existent war und dann nach und nach zerbröselte. Der sogenannte Preisverfall in der Druckindustrie findet aber vielfach nur in den Köpfen statt, die keinen ernsthaften Wettbewerb kennen und sich mit ihrer Technik, dem Marketing und der verkäuferischen Kreativität noch um einige Jahrzehnte hinter der Wirklichkeit befinden.

Druckereien machen zu wenig Produktentwicklung!

Es gibt auch heute noch viele Marktnischen und Produkte in der graphischen Industrie, die noch nicht bei allen Druckereien angekommen sind. Vor allem gibt es aber durch die neue Technik großes Innovationspotential, das in weiten Teilen ungenutzt bei den Maschinenherstellern und Anlagenherstellern für die Druckbranche entwickelt wurde und zur Verfügung steht. Was die Mehrzahl der Druckereien macht, sind Ersatzinvestitionen tätigen, die sicher einige technische Feinheiten bieten und hinsichtlich Rüstzeiten und vielleicht auch Laufgeschwindigkeit den alten Druckmaschinen voraus sind. Wenn man sich die Preise und dann die Stundensätze für die neuen Anlagen anschaut, dann hat im Preis für 1.000 Bogen oder 1.000 Laufmeter die ganze Investition im Hinblick auf den Kalkulationspreis aber nichts gebracht; vielleicht sogar im Gegenteil. Viele Verkäufer fürchten sich vor Neuinvestitionen, weil sie anschließend von den “Zahlenkönigen” in den Druckereien gezwungen werden die neuen teuren Stundensätze zu verkaufen. Heute werden Maschinen gekauft, meistens natürlich geleast, die weit mehr als das Doppelte von den alten Maschinen kosten, fast den doppelten Energiebedarf haben, bei den Platzkosten wegen ihrer enormen Größe zulegen, manchmal sogar mehr Personal benötigen und für den Marktpreis keine positive Bedeutung haben.  Wo ist da die Logik? Sicher muss man alte Maschinen ersetzen, um in der Qualität keine Einbußen hinnehmen zu müssen, aber wenn man schon investiert, dann doch bitte nicht nur in Kapazität, sondern in innovative Technik mit dem Ziel neue Produkte herstellen zu können.

Druckereien müssen lernen in Produkte zu denken!

Die meisten Drucker denken in Maschinen und Bogenzahlen, nicht in Produkte. Wenn man sich eine Neuinvestition überlegt, ist natürlich meistens der Ersatz der Altanlage zunächst das vorrangige Ziel. Das ist auch o.k. so. Danach aber, wenn es um die “Extras” an einer Maschine geht, muss das Denken in Rüstzeiten und Druckgeschwindigkeit aufhören. Die Frage muss sein, welche Produkte, vor allem welche neuen Produkte für das betreffende Unternehmen will ich auf der neuen Maschine produzieren? Erst wenn diese Frage umfassend beantwortet ist und man die Produkte und den Markt für die neue Druckmaschine definiert hat, kann man über die notwendigen maschinellen Voraussetzungen nachdenken, die für die kostengünstige Produktion dieser innovativen, für das betreffende Unternehmen neuen Druckprodukte notwendig oder nur wünschenswert sind. Dabei hat man selbstverständlich den Markt untersucht, kennt die mögliche Zielgruppe genau und hat auch hinsichtlich der Preissituation für diese Druckprodukte bereits einen Überblick, der es erlaubt mit fiktiven Stundensätzen Musterkalkulationen anzufertigen, um den Sinn oder Unsinn dieser Investition zu prüfen.

Kreativität fängt in der Druckerei beim Produkt an!

Kreativität hat nicht nur etwas mit Marketing zu tun, mit der Gestaltung von Werbemitteln und neuen Konzepten für den Vertrieb. Kreativität hat vorrangig in der Druckerei etwas mit Produktentwicklung zu tun. Jedes neue Druckprodukt, das einer noch so kleinen Druckerei Neukontakte, Neukunden und Neuumsatz bringt, ist sinnvoll. Das müssen keine Weltneuheiten sein, sondern nur Drucksachen, die man mit bestimmten kreativen Ansätzen zusätzlich anbieten und herstellen kann. Das kann etwas mit einer besonderen Drucktechnik zu tun haben, mit einer Veredelungsform, die nicht an jeder Straßenecke zu bekommen ist oder mit einer Idee, wie man teure Handarbeit günstig einkaufen kann. Ich kann mich in diesem Zusammenhang noch sehr gut daran erinnern, als wir seinerzeit den ersten externen UV-Trockner an einer GTO 2-Farbenmaschine getestet haben, danach die erste 4-Farben GTO mit Lackwerk und UV-Trockner aufgebaut haben und später begannen die ersten LKW-Ladungen mit aufwändigen Handkonfektionierungsarbeiten in die Tschechische Republik zu fahren. Zwischendurch haben wir angefangen Prägehologramme herzustellen und mit der Produktion von Kfz-Prüfplaketten (TÜV-Plaketten) begonnen. Alles Druckprodukte oder Verarbeitungsformen, die zwar bekannt waren, aber für die es einen Markt gab, der ausgezeichnete Preise zahlte.

Druckpreis-Auktion für die Neukundengewinnung!

Wer kreativ ist und Produktentwicklung betreibt, kann jederzeit gutes Geld in der Druckindustrie verdienen und braucht Portale wie Druckpreis-Auktion, um Produktionslücken zu füllen und preiswert Neukontakte zu knüpfen. Den dort gewonnenen Neukunden kann man später seine innovativen Druckerzeugnisse verkaufen, die gutes Geld bringen. Erst muss man beim Kunden einmal “drin” sein und dann kommt es nur noch auf die Kreativität des Verkäufers an, ob Deckungsbeiträge eingefahren werden – oder nicht…

Drucker, die kreativ sind und Produktentwicklung betreiben, jammern nicht!

 

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